Basaltgewölbekeller


Besonders häufig findet sich die Nutzung des Basaltes als Gewölbekeller auf der Burg und in der Stadt Stolpen. Sie wurde als Erdsetzkeller und Gerüstkeller gebaut.

Erdsetzkeller wurden mindestens seit dem frühen Mittelalter errichtet. Diese Bautechnologie ist auch bei romanischen und frühgotischen Kirchen bekannt. Hierzu wurde zunächst unter Verwendung von Lehm oder Sand ein Berg aufgehäuft, der der Kellerform entspricht. Auf diesem Erdhaufen wurden dann die Basaltsäulen aufgelegt und die Fugen mittels Mörtel vergossen. Nach dem Aushärten des Mörtels wurde dann der Erdhaufen herausgeschaufelt - und fertig war der Erdsetzkeller.

Erdsetzkeller erkennt man daran, dass die Wände der Basaltgewölbekeller meist recht uneben sind, weil die Basalte beim Setzen unterschiedlich tief in den Erdhaufen eingedrungen sind. Häufig finden sich auch Zwickelsteine, die zur Stabilisierung der Gewölbe nachträglich eingeschlagen wurden.

Sicher ist bei dieser Bauweise der eine oder der andere Keller zusammengefallen, als der Erdhaufen herausgeschaufelt wurde, aber dazu gibt es keine schriftlichen Belege, weil die Baumeister immer beim Freigraben der Gewölbe mitarbeiten mussten ....

Viele der kleineren Keller in Stolpen sind in der Erdsetzbauweise errichtet worden, weil es die preiswertere Bautechnologie war.

Gerüstkeller waren das Privileg der Reichen und Wohlhabenen. Bauholz war bis zur Erfindung der Sägewerke ein sehr teures Baumaterial, weil jede Bohle und jedes Brett per Hand zugeschlagen werden mussten. Es gibt in der Stadt und auf der Burg Stolpen solche Gerüstkeller. Meist handelt es sich um die hohen Keller bzw. Gewölbe (z.B. Stadtmuseum, Rathaus, Keller 4. Burghof).

Zunächst wurden hier aufwändige Holzkonstruktionen mit Schalungen errichtet, auf die dann die Basaltsäulen gelegt und vermörtelt wurden. Diese Gerüstkeller haben immer recht ebene Wandoberflächen. Nur in wenigen Kellern sind noch die Abdrücke der Schalungsbretter erkennbar.