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Lyrik von Matthias Stark |
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Sonnenuntergang
Gold glänzend will der Tag sich neigen, die Weite um uns hält den Atem an. Des Alltags Hektik hüllt sich hier in Schweigen, die Sternennacht zieht nun in ihren Bann. In Mondlicht eingetaucht ist dann die Welt auf Erden, vergessen auch die Sorge um das Sein. Des Menschen Geist will groß und größer immer werden, indes die Sterne zeigen ihm: noch immer ist er klein.
Veröffentlicht in der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte” Band VI: ISBN 3-930048-44-2 und in der Jokers Gedichte-Datenbank
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Vollmondnacht
In gold´nem Mondlicht liegt das Feld ein kühler Wind nur durch die Zweige flieht ganz sacht, in graue Schleier eingehüllt ist jetzt die Welt, ein Käuzchen ruft von fern und grüßt die Nacht.
Geheimnisvolle Nebel irren tief im Tal, ganz still ist es in Wald und Flur. Der Weltengeister Schatten wandeln fahl, des Lichtes Silber täuscht, alles ist Ahnung nur.
Im Mondenschein geborne kühne Träume fliegen hinaus nun in das weite Rund. Und sie erreichen ferne, ferne Räume, der Menschen Wünsche, Sehnsucht, Hoffnung tun sie kund.
Veröffentlicht in der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte” Band IX: ISBN 3-930048-51-5 und in der Jokers Gedichte-Datenbank
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Stilles Glück
Wenn ganz am frühen Morgen zum See ich wand´re schon, der still noch liegt verborgen, ist Tauglanz nur der Mühe Lohn.
Für kurze Zeit gehört nun mir die Flur, der Wald, das Feld. Ich möcht´ ihn schenken Dir, diesen Moment, der jetzt nur zählt.
Die Morgennebel decken noch alle Unrast zu. Nie will ich ihn wecken, den lauten Tag, so ohne Ruh.
Drum lauf ich still und leise und lausche vor mich hin. Der Vögel alte Weise erfreuet meinen Sinn.
An diesen frühen Morgen nur denk ich nun zurück. So friedlich, ohne Sorgen, das war mein stilles Glück.
Veröffentlicht in der Anthologie “Mein Gedicht” ISBN 3-8334-3847-9
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Erinnerung
Hör´ ich die alten Lieder sind die Gedanken weit. Erinnerung kehrt wieder an längst vergang´ne Zeit.
Der Kindheit frohe Tage voll Licht und Sonnenschein, ein Leben ohne Klage, im Glas blinkt rot der Wein.
Es fliegen dann die Träume bis in das Abendrot. Der Wind küßt leis´ die Bäume, Uns trennt auch nicht der Tod.
Veröffentlicht in der Jokers Gedichte-Datenbank
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Abschied
Martinshorn von fern in der leeren Wohnung jetzt lange Zeit Stille
Erinnerung erwacht leis im Nebel der Gedanken
Ohne Hoffnungen im Warten auf Rückkehr nur Paradiesträume
Im Schatten alter Bäume junge Eichtriebe im Laub
Auf dem Kreuz am Grab der kleine Vogel nun singt sein Lied voll Wehmut
Nach Sonnenuntergang doch zu zweit in Liebe vereint
Veröffentlicht in der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte” Band X: ISBN 978-3-930048-53-3
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Traum vom Fernweh
Wolken ziehen wie Gedanken in ein fernes, fernes Land, und es fallen alle Schranken, nichts ist mehr, was uns verband.
Traurigkeit liegt auf den Wiesen, vom Mond beschienen, klar und still, kaum noch Tränen wir vergießen, nur eine weiß, was ich jetzt fühl'.
Wir tanzen in die Sommernacht, der Weg vor uns scheint klar, die Schwermut wird hier ausgelacht, im Nebel liegt, was war.
In großen Zügen Leben trinken, nimm auch Du den Krug zur Hand. Alle soll'n beim Abschied winken, Sonnenglut am weißen Strand.
Der Horizont im Dämmerschein, die Morgennebel steigen leise, Reste im Glas vom roten Wein, es geht ein Traum nun auf die Reise.
Veröffentlicht in der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte” Band XI: ISBN 978-3-930048-56-4
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Altersschwäche
Auf dem Feld vor der Stadt in der Mittagssonne Tropfen um Tropfen stirbt der Alte weiß im Gesicht Träne für Träne vergeht ein Leben im Strom der Zeit Ein Kind ruft: Wo ist der Schneemann?
Veröffentlicht in der Jokers Gedichte-Datenbank
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Lebensabend
Der Herbst läßt nun die Blätter fallen, in allen Stürmen weht Erinnerung. Der Baum des Lebens schüttelt seine Zweige, im Herzen aber bleibst du ewig jung.
Du denkst zurück an Jugendstreiche, die alte Eiche steht noch immer auf dem Feld. Es ist verblüht die Pracht in Deinem Garten, bist dankbar nun für jede Stunde dieser Welt.
So wichtig war die Liebe dir im Leben, dein Streben nach dem Glück hat sie erfüllt. Es müssen auch die stärksten Bäume weichen, sind ganz in Schleier sie jetzt eingehüllt.
Einmal jung noch in den Träumen, unter Bäumen liegend werden Fragen neu gestellt. Du bist ein Wellenreiter der Gedanken nun geworden, sicher, daß die Währung deines Herzens nie verfällt.
Veröffentlicht in der Anthologie “Glückliche Menschen”, ISBN 978-3-941127-02-9 erschienen im Elbverlag Marie Rossi in Magdeburg
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zeit ohne seele
am bahnsteig des seins für kurzen halt fährt der zug des lebens nun ein auf der reise vom gestern ins morgen kein abteil scheint mehr frei zu sein
augenpaare seelenlos hinter dem glas sekunden tropfen aus der bahnhofsuhr ein plätzchen erhaschen für ein leben ein paar stationen - ein stehplatz nur
alle wollen noch mit auf die fahrt intellektuelle und intelligente mit geschick wissen umzugehen mit dem ellenbogen und immer wieder bleibt jemand zurück
der zug fährt weiter für alle zeit nichts kann ihn halten für längere rast erst kurz vor dem aussteigen dann wird so mancher erlöst von der hast
Veröffenlicht in der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte” Band XII: ISBN 978-3-930048-58-8
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Rettung
Mein Gedicht droht zu ertrinken im Lyrikozean, Wellen aus Worten tragen es fort an die Ufer der Zeit, wo es gefunden wird nach langen Stürmen, irgendwann, von irgendwem und gerettet wird vor dem Vergessen.
Veröffentlicht in der Jokers Gedichte-Datenbank
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Haikus von Matthias Stark |
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Am Sommermorgen in jedem Tautropfen glänzt eine kleine Welt
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Morgens durchs Fenster kommte der Tag in das Zimmer mit Amselgesang
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Morgenwanderung im Takt der Schritte knacken leere Bucheckern
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Hagebuttenzeit nur eine Biene noch sucht der Hecke Blüten
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Rotes Schokoherz glänzend auf dem Gabentisch im Innern Leere
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Martinshorn von fern in der Nachbarwohnung nun lange Zeit Stille
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Über Nacht Neuschnee verstummt die Meise im Baum die gestern schon sang
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Auf dem Arbeitsweg die ersten Sonnenstrahlen erinnern an Dich
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Vom gelben Rapsfeld nach der langen Autofahrt der Duft der Heimat
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Kalter Julimond nur Schwalben im Himmelsblau künden vom Sommer
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Die Spuren im Schnee führen in das Nirgendwo des grauen Himmels
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Bei Nebelmondlicht über die Wege im Wind ein Ahornblatt tanzt
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Zu Boden hängen die wilden Rosenzweige Hagebuttenzeit
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Die Boote am Ufer sanft mit den Wellen schaukeln nachdem du fortgingst
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Sonnenuntergang die letzte Fähre heute legt ab ohne mich
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Am Ufer eine Bank die junge Frau mit dem Kind schaut den Schiffen nach
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Auf dem Treidelpfad der alte Anker im Gras kaum zu sehen ist
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Zu Fuß nach Hause deine Hand in meiner nun der Weg viel zu kurz
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Raureif am Morgen unter meinen Füßen ein Sternenmeer
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Die Tür schlägt zu ein Hauch deiner Wärme noch im Raum
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